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Neues Flair im alten Kiez: Nach einem
einstündigen Rundgang mit der Historikerin Frau Neubauer,
die mit Ihrer wunderbaren Erzählkunst gepaart mit einem unerschöpflichen
Wissensschatz und schauspielerischen Talent alle begeisterte, stärkten
wir uns in bei Anna Koschke bei einem rustikalen Berliner Abendbrot.
Danach spazierten wir zu dem eleganten Restaurant Modellhut mit exzellenter
Küche
und feinen Cocktails. Essen und Service in beiden Restaurants waren vorzüglich,
ein herzliches Dankeschön von allen Gästen! |
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Christine Bartlitz hat Ihre Eindrücke von der Tour für uns aufgeschrieben. Was sollte man tun, wenn man die Stadt kennen lernen möchte,
ein paar Stunden dem Alltag entwischen, anregende Menschen treffen
und dazu noch gut essen und trinken möchte? Am Treffpunkt schweift der Blick erst einmal umher, wer ist mit dabei,
wen wird man in den nächsten Stunden kennen lernen? Auf jeden
Fall Beate Neubauer, die uns ebenso kenntnisreich wie eindrucksvoll
das Berliner Scheunenviertel nahe bringen wird – und das wirklich im
wahrsten Sinne des Wortes. Die S-Bahn-Trasse Hackescher Markt als Stadtgrenze – plötzlich,
veränderten sich die gewohnten Dinge, dort, wo man abends ein
Bier trinken geht, ist auf einmal die Vergangenheit präsent. Zuerst
ein Blick zur Spree, wer kam damals eigentlich in das sumpfige Gebiet
im Osten? Meistens waren es die Armen, die sowieso nichts zu verlieren
hatten. Sie aßen viel Kohl, der war billig und wuchs hier, und
feierten gerne, die Überlieferung berichtet von bis zu acht Tagen
bei einigen Ratsherren. Was aßen und tranken sie damals, was
brachten sie mit aus ihrer Heimat? Beate Neubauer schärft unsere
Sinne: Wie sahen die Hackeschen Höfe damals aus? Wer lebte dort?
Im vierten Hof der Blick über die Mauer auf einen jüdischen
Friedhof. Wann kamen die Juden eigentlich? Gleich nach dem 30-jährigen
Krieg, erfahren wir, da wurden nämlich viele jüdische Familien
aus Wien ausgewiesen, sie sollten nicht vom Wiederaufbau profitieren.
Und Berlin ergriff die Chance, die Stadt zu vergrößern,
und gab einigen von ihnen, natürlich nur den Reichsten, das Recht
sich anzusiedeln. Wir schlendern durch die Sophienstraße, vorbei
an der Bäckerei Balzer, wo die Brötchen noch selbst gebacken
werden. Frau Neubauer berichtet von der alten Frau Balzer, die Kassiber
von Angehörigen in dem Brot versteckte, das sie ab 1942 in die
Große Hamburger Straße, zum Sammelplatz für die Deportation
in die Konzentrationslager lieferte. |
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